Von Liane 

November 6, 2023

3 Dinge BWA

Die betriebswirtschaftliche Auswertung ist ein wichtiges Instrument zur Unternehmensführung und Unternehmensgestaltung. Allerdings bildet sie nur einen Teil der betrieblichen Entwicklung ab. Es gibt verschiedene Sachverhalte, dazu findest du keine Aussagen in der betriebswirtschaftlichen Auswertung. Diese sind für fundierte Unternehmensentscheidung ebenso wichtig.

Seit den 1960er Jahren

Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) existiert schon seit den 1960er Jahren. Optisch hat sie sich nicht viel verändert. Trotzdem erfüllt die BWA einen wichtigen Zweck. Ihr Hauptziel ist es, als Instrument zur Unternehmensführung zu dienen. Um Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu treffen.

Sie ist vielen von uns ein Begriff und gehört zum Standardrepertoire der Buchhaltung. Allerdings stoßen wir hier bereits an eine Grenze. Die Auswertung lesen ist das eine. Die tiefgehenden Auswirkungen und Zusammenhänge zu verstehen ist das andere. Ist dies ist oftmals nicht so ganz einfach, wenn das Thema Buchhaltung nicht zum Lieblingsthema gehört.

Der Vorteil der betriebswirtschaftlichen Auswertung liegt darin, dass sie weitgehend Standardisiert ist. Das macht sie für Dritte leicht verständlich. Sie erfüllt damit auch eine wichtige Kommunikationsfunktion. Insbesondere mit Banken und Kreditgebern. Wenn du mit Bankvertretern sprichst, hörst Du häufig den Satz: „Schick uns bitte Deine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung“, Dazu folgt dann gleich der zweite Satz: „Bitte die Summen- und Saldenliste ebenfalls mit dazu schicken“. Der Grund liegt darin, dass nicht alle unternehmerischen Entwicklungen und Auswirkungen in der BWA vollumfänglich sichtbar sind.

3 Dinge

1. Liquidität: Der unsichtbare Faktor

Die BWA ist eine Momentaufnahme. Sie sagt aus, wieviel Umsatz, wieviel Betriebsausgaben und wieviel Gewinn dein Unternehmen in einem bestimmten Zeitfenster erzielt hat. Und das alles unter Berücksichtigung der steuerlichen bzw. der handelsrechtlichen Vorschriften.

Sie sagt allerdings nichts über die Liquidität in deinem Unternehmen aus. Nichts über das Kapital, welches du benötigst, um die laufenden Kosten deines Unternehmens zu bezahlen. Und nicht nur das. Es ist auch Kapital notwendig um dich als Unternehmer, Unternehmerin zu bezahlen. Ja, dein Unternehmen hat für dich zu sorgen und dir einen angemessenen Unternehmerlohn zu zahlen. Und eine Gewinnausschüttung hast du dir für deinen Einsatz auch verdient. Denn ohne dich gäbe es das Unternehmen nicht. Und nicht zu vergessen, auch für die Steuerzahlungen wird Kapital benötigt.

Ob deinem Unternehmen überhaupt für all diese Dinge die ausreichende Liquidität zur Verfügung hat, erkennst Du aus der BWA nicht.

2. Privatentnahmen: Der versteckte Geldabfluss

Privatentnahmen, die für Deinen persönlichen Lebensbedarf bestimmt sind, finden auf der BWA ebenfalls keine Erwähnung. Also alle privaten Ausgaben für deinen Lebensunterhalt. Dazu gehören selbstverständlich auch deine privaten Versicherungen, Beiträge für deine Rentenversicherung und auch die Einkommensteuer. Diese finanziellen Abflüsse sind entscheidend für deine private Absicherung. Auf der BWA sind sie unsichtbar.

In einer GmbH sind diese Entnahmen klarer geregelt. Bei einer GmbH bekommst du von der GmbH ein Gehalt. Du bist bei ihr angestellt. Dieses Gehalt ist eine Betriebsausgabe für die GmbH. Und nur dieses Gehalt wird dir ausgezahlt. Bei Einzelunternehmen ist dies nicht so.

Die mangelnde Trennung von Geschäfts- und Privatfinanzen kann zu Missverständnissen führen. Oftmals wird erst am Jahresende klar, dass das Unternehmen nicht genügend Mittel generiert hat, um den privaten Bedarf zu decken.

3. Investitionsplan: Zukünftige Entwicklungen planen

Die BWA spiegelt auch nicht wider, welche Mittel dein Unternehmen für zukünftige Investitionen benötigt. Diese können vielfältig sein, von der Weiterbildung deiner Mitarbeiter über den Erwerb von Anlagevermögen wie Maschinen und Computer. Bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsfelder.

Die BWA berücksichtigt nicht, welche Ressourcen du benötigst. Welche langfristigen Erwartungen du an dein Unternehmen hast. Wie du dich entwicklen möchtest. Über all diese wichtigen Dinge findest Du in der BWA nichts.

Fazit

Die betriebswirtschaftliche Auswertung ist zweifellos ein wichtiges Instrument in der Finanzwelt. Sie dient der Kommunikation mit externen Partnern wie Banken und zur Erfüllung steuerlicher Anforderungen. Dennoch reicht sie nicht aus, um Dein Unternehmen wirklich zu steuern, finanziell abzusichern und für Deine Zukunft vorzusorgen.

Ich empfehle Dir, über den Tellerrand zu schauen und alternative Instrumente und Tools zu nutzen, um die unsichtbaren Aspekte der BWA abzudecken. Dies könnte beispielsweise das Implementieren eines Liquiditätsmanagements oder die Nutzung eines individuellen Budgets für Deine privaten Finanzen sein.

Wenn Du herausfinden möchtest, welche Möglichkeiten es für dich geben kann, um mehr Klarheit in deinen Finanzstrukturen zu erhalten, dann lass uns gern einen Latte Macchiatto trinken. Dabei kannst du feststellen, ob ich dich mit meinen Ideen unterstützen kann.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen geschäftlichen Überlegungen.

Bis zum nächsten Mal.

Deine Liane

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    Liane

    Über die Autorin

    Mein Name ist Liane und ich bin die Gründerin der Kanzlei. Vor über 20 Jahren auf der sogenannten grünen Wiese gegründet, unterstütze ich UnternehmerInnen bei der Umsetzung ihres Wunschbusiness. Seit 2020 bin ich zertifizierte Profit First Professionell und begleite meine Kunden bei der gesunden Businessentwicklung.

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