Von Liane 

März 22, 2021

Ich kenne in meiner täglichen Arbeit als Steuerberaterin die Frage: Was kann ich denn noch investieren, damit ich keine Steuern oder weniger zahlen muss? Grundsätzlich ist dies eine berechtigte Frage. Und keiner sollte mehr Steuern zahlen als notwendig. Aber bei jeden Euro, der für das Unternehmen ausgegeben wird, spart man immer nur den Anteil, der sich aus dem persönlichen Steuersatz ergibt. Werden Gegenstände angeschafft, die zum Anlagevermögen des Unternehmens gehören, wird das mit der Steuerersparnis möglicherweise noch schwieriger. Eins steht auf jeden Fall fest, die Investition belastet die Liquidität im Unternehmen. Auch wenn ein Darlehen dafür aufgenommen wurde. Dieses Darlehen muss mit Zins und Tilgung an die Bank zurückgeführt werden. 

Das heißt jetzt nicht, dass ich Investitionen nicht gut finde. Ich glaube allerdings, dass der Focus nicht auf der Möglichkeit der Steuerersparnis liegen sollte. Denn richtig geplante Investitionen sollen ja gerade eins zum Ziel haben, einen höheren Gewinn. 

Egal ob es sich damit um Verbesserung von Arbeitsabläufen handelt, oder um die Vermeidung von Abhängigkeiten von Zulieferfirmen, Investitionen in die Fortbildung Deiner Mitarbeiter oder Marketingmaßnahmen um Deine Wunschkunden besser anzusprechen. Was es auch immer ist, definiere für Dich, was Dein Ziel - Dein Gewinn- ist. Auch die Erlangung von mehr Freizeit kann ein Ziel sein. Denn Freizeit ist ein knappes Gut für die meisten UnternehmerInnen. 

Wichtig, bei jeder Investition ist es, den Erfolg der Maßnahme im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, zu messen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir gemeinsam mit einer Mandantin die Investition einer neuen Maschine geplant haben. Die Frage war ursprünglich: Soll ich die kleine oder die größere Maschine kaufen? Die Größere kostet monatlich ca. 260,00 Euro mehr, dass kann ich mir doch leisten oder? 

Die Frage klingt eigentlich ganz einfach. Aber sie ist eben nicht so einfach zu beantworten. Also haben wir uns zusammen gesetzt. Es wurde eine lange Liste erstellt. Getrennt nach den beiden Maschinen. Ganz oben stand das Ziel, welches mit der Investition erreicht werden sollte: Unabhängigkeit von der Zulieferfirma.

Neben den Anschaffungskosten, wurden z. B. Fortbildungskosten von Mitarbeitern mit berücksichtigt. Wartungskosten für die Maschinen. Kosten zur Inbetriebnahme der Maschinen. Wie sieht es mit der Platzkapazität aus? Und vor allem, welche Kapazität haben die Maschinen. Welche Stückzahl werden in welchem Zeitraum  im Unternehmen benötigt? Kann vorproduziert werden, wenn die Kleinere eingesetzt wird, um Spitzen abzufangen? Gibt es dann Lagerfläche dafür? Wie hoch waren die Kosten bisher, für den Einkauf dieser Dienstleistung? Welche Synergieeffekte können noch entstehen? Um nur einige Dinge zu nennen.

Mit der Auswertung der ganzen Erkenntnisse, konnte eine klare Entscheidung getroffen werden. Diese fiel auf die große Maschine. Zwar stellten wir fest, dass die Kapazität zur Zeit noch nicht voll in dem eigenen Unternehmen benötigt wurde. Aber Ausbau war geplant. Und eine Erweiterungsinvestition in ein oder zwei Jahren würde viel mehr Geld kosten. Bis dahin wurde die Kapazität genutzt, um selbst Zulieferer für Andere zu sein. 

Das führte auch dazu, dass ein Investitionskonto angelegt wurde. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Dienstleistung wird zu einem Teil auf dieses Konto eingezahlt. Damit wird ein Rücklage gebildet um zukünftige Investitionen, soweit wie möglich, aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Investiere Zeit in die gute Vorbereitung. Dann wirst Du klare Entscheidungen treffen können, die Dein Unternehmen und Dich voran bringen und Wachstum ermöglichen.


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